Unter dem Motto „Friendly Takeover“ stellte Josef Faltermaier, der im Februar 2024 die musikalische Leitung der Stammkapelle übernahm, ein abwechslungsreiches Programm zusammen. Es vereinte klangvolle Melodien, traditionelle Elemente sowie moderne Klänge – alles passend zum Thema „freundliche Übernahme“. Passend dazu wählte er als Hauptwerk Friendly Takeover des Schweizer Komponisten Oliver Waespi. In drei Sätzen entfalten sich zunächst lyrische Motive, die in unterschiedliche Rhythmen übergehen. Diese werden zunehmend anspruchsvoller an die einzelnen Register weitergegeben, bis schließlich groove-basierte Rhythmen die Oberhand gewinnen und das Werk in rasantem Tempo endet. Die 41 Musikerinnen und Musiker meisterten die Herausforderungen eindrucksvoll – sowohl als Ensemble als auch in solistischen Passagen auf Flöte, Alt- und Tenorsaxophon, Tenorhorn, Horn und Trompete. Das Publikum würdigte die Darbietung mit begeistertem Beifall.
Ein musikalisches Feuerwerk entfachte auch Full of Beans von Thiemo Kraas, das auf dem Modetanz Ska der 1950er-Jahre basiert. Mit energiegeladenen, hüpfenden Rhythmen und einer mitreißenden Mischung aus Melodien und Ideen trugen die Blasinstrumente das Stück voller Spielfreude vor, während die Rhythmusgruppe für den passenden Groove sorgte.
Mit der Jazz-Rock-Suite Nr. 1 von Roland Kreid führte Karoline Schlenker in ihrer Moderation in eine völlig neue Stilistik. Der erste Satz, Straight Rock, faszinierte mit freien solistischen Einlagen und überraschenden musikalischen Einwürfen. Darauf folgte die einfühlsame Slow Ballade, deren ausdrucksvolles Flügelhorn-Solo besonders beeindruckte. Im abschließenden Blues Shuffle dominierten eine strahlende Trompeten-Improvisation sowie die harmonische Zusammenarbeit der Rhythmusgruppe mit den tiefen Registern.
Ein Marsch durfte im Programm nicht fehlen – jedoch nicht in traditioneller Form: Josef Faltermaier entschied sich für den „Maxglaner Zigeunermarsch Reloaded“, ein Arrangement von Christof Zellhofer für die österreichische Band MaChlast. Das temporeiche Stück, kombiniert mit dem rhythmischen Ausruf „Hei“, sorgte für einen mitreißenden Moment, in dem die Spielfreude des Orchesters spürbar auf das Publikum übersprang.
Nach den Ehrungen verdienter aktiver und fördernder Vereinsmitglieder durch den Vorstandsvorsitzenden Andreas Staudenmayer und Wolfgang Bühler (Geschäftsführer des Blasmusik-Kreisverbands Göppingen) verabschiedete sich die Musikkapelle Bad Boll mit dem feierlichen Marsch Jubilissimo von Wim Laseroms. Doch das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe – und so endete die Veranstaltung standesgemäß mit dem Radetzky-Marsch.