Kooperation mit anderen Vereinen und Ensembles
Die Kooperation mit anderen Vereinen eignet sich gleich auf mehreren Ebenen ideal. Zum einen für Großprojekte, zum anderen für den Erhalt des Vereins. Auf sportlicher Ebene ist dies in Form von Spielgemeinschaften schon längst Alltag. Es klingt so simpel wie einfach – Ihr Verein macht Musik, ein anderer Verein macht Musik und schon ist eine Grundlage geschaffen. Insbesondere in Bezug auf größere Besetzungen ist diese Kooperation sehr sinnvoll. Hier erscheint es ratsam keine kleine Show zu starten, sondern gemeinsame Wege z. B. in Form einer singulären Projektkooperation zu gehen.
Die andere Form ist die Dauerkooperation wie wir sie von Schule und Verein kennen. Dieses Modell geht auch mit anderen Vereinen. Die Ziele sind vielfältig, aber meist steht das Realisieren und die Steigerung der Bekanntheit des Projektes im Vordergrund. Wenn Ihr Verein bei den Blechbläsern zu wenig Personal hat, der andere hingegen mehr als genug, Sie dafür im Schlagwerk gegenüber dem anderen Verein überrepräsentiert sind, erscheint es für beide Vereine sinnvoll, ein Konzert gemeinsam zu gestalten.
Damit beide Ensembleleiterinnen bzw. -leiter zur Geltung kommen, könnten beide jeweils ein Programm erarbeiten, sodass im Konzert zwei Konzerthälften mit zwei unterschiedlichen Dirigentinnen bzw. Dirigenten stehen. Diese Kooperationen können auch gefördert werden. Etwa ein Drittel aller bewilligten Projekte des Amateurmusikfonds des BMCO in Baden-Württemberg waren Kooperationen. Diese werden teilweise mit bis zu 10.000 € bezuschusst.
Kooperation mit Profis
Darüber hinaus lässt sich auch gut mit Profiensembles oder einzelnen Profimusikerinnen und -musikern kooperieren. Das könnte so aussehen, dass Sie für das Probenwochenende ein bis zwei Profis eines Ensembles engagieren. Diesen können beim Probenwochenende zwei Aufgaben zu Teil werden: zum Beispiel gibt es den Samstag über – parallel zu den Proben – Einzelunterricht. Der Sonntag könnte so aussehen, dass die Profis die Proben besuchen und Tipps geben. Das ersetzt zwar keinen Einzelunterricht, ist aber zielführend für alle. So lässt sich ideal voneinander lernen, selbst wenn es nur ein kurzer Tipp zwischendurch in Bezug auf Ansatz, Phrasierung oder Entspannung des Körpers ist. Nicht zuletzt können die Profis beim Konzert auch mitwirken und unterrepräsentierte Stimmen verstärken.
Wenn Profis mitwirken, kostet das natürlich Geld. Insbesondere, wenn die Profis während der Proben eine Lehrfunktion haben, ist dieses Geld aber sehr gut investiert, weil es nicht nur kurzfristig den Klang verbessert, sondern auch langfristig der Professionalisierung und damit der Bekanntheit des Ensembles dient. Natürlich können es auch Kooperationen mit Big Bands oder Orchester sein, die dem nächsten Konzert einen neuen Hauch verleihen.
Regionale Träger
Sie brauchen einen neuen Probenraum oder Konzertort? Kooperieren Sie mit der lokalen Kirche, Gemeinde, Brauerei oder anderen Gaststätten – vielleicht findet sich etwas Schönes. Für das Konzert sind Kooperationen mit Gaststätten nicht zuletzt deshalb von Vorteil, weil sie in der Pause für eine kurze Erfrischung oder Verköstigung sorgen können. Das heißt nicht, dass der Konzertort zwingend die Gaststätte sein muss, kann er aber. Das sorgt sicher nochmal für ein anderes Wohlgefühl.
Die Kooperation mit einer Institution wie einer Hochschule oder einem Veranstaltungscenter kann doppelt genutzt werden. Zum einen macht die Institution Werbung für Ihren Verein und generiert Zuhörerinnen und Zuhörer sowie eventuelle neue Mitglieder. Auf der anderen Seite können mittels beider Öffentlichkeitskanäle neue Publikumsgruppen erschlossen werden – egal ob Museum, Theater, Kirche, Festival oder Gaststätte.
Kooperation mit Musikschulen
Nur etwa 9% aller Kooperationspartner der Musikschulen sind laut Verband deutscher Musikschulen die Musikvereine. Etwa ein Drittel fällt auf die Grundschulen, weitere 38% auf die Kindergärten. Da ist Luft nach oben! Durch ihre festen organisatorischen Strukturen können die Musikschulen eigene Bildungsschwerpunkte abdecken. Durch das professionelle Lehrpersonal ließe sich dort ideal Einzelunterricht generieren. Vor allem bei der Instrumentalausbildung von Kindern und Jugendlichen kann dies ein enormer Gewinn sein. Es lassen sich aber auch gemeinsame Projekte verwirklichen.
Kultur macht stark!
Seit 2013 werden mit diesem Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich kulturelle Bildungsprojekte gefördert. Kernvoraussetzung dieses Programms ist ein Bündnis aus mindestens drei lokalen und außerschulischen Partnern/Vereinen. Das Programm richtet sich an „junge Menschen, die sonst wenig Zugang zu diesen Angeboten haben“. Das Ziel ist es in den jungen Menschen durch die aktive Teilhabe an Kultur, die Kreativität zu fördern. Wer mitmachen möchte, kann ein eigenes kulturelles Bildungsprojekt gründen. Dazu zählen u. a. Ferienfreizeiten oder Wochenendkurse. Dabei können Ausgaben von bis zu 100 Prozent übernommen werden. Ein idealer Baustein für eine Kooperation.