Das diesjährige JugendMusikCamp (JMC) gastierte gemeinsam mit der Schweizer Dirigentin Isabelle Ruf-Weber vom 18. bis 24. August im wunderschönen Freudenstadt. In intensiven, aber kurzweiligen Proben hat sie mit den Teilnehmenden ein einzigartiges und vielfältiges Konzertprogramm erarbeitet, welches am Sonntag auf der großen Open-Air-Bühne der Gartenschau im Rahmen des Abschlusskonzerts präsentiert wurde.
Die Campwoche begann am Montagmittag bei milden Temperaturen: Nachdem die 69 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 21 Jahren aus ganz Baden-Württemberg zur Jugendherberge in Freudenstadt angereist waren und ihren „Welcome-Drink“ genossen hatten, stand schon die Kennenlernprobe in der Theodor-Gerhardt-Schule an.
Isabelle Ruf-Weber prägt schon seit vielen Jahren die Blasmusikszene vor allem in der Schweiz und in Deutschland, unter anderem als ehemalige Leiterin des Landesblasorchesters Baden-Württemberg. Für ihre Verdienste wurde sie 2017 mit dem Stephan-Jäggi-Preis ausgezeichnet. In etwa 40 Jahren Tätigkeit als Dirigentin diverser Blasorchester der Höchststufe wollte sie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen jedoch nicht missen und dirigierte unter anderem das Nationale Jugendblasorchester der Schweiz und das Südtiroler Jugendblasorchester. Ihre Freude am Umgang mit jungen Menschen und an der Musik sprangen in der ersten Probe durch ihr „einfach gutes und einfach lässiges“ Wesen sofort auf das Orchester über.
Mit ihrem Schweizer Humor erarbeitete sie mit den jungen Musikerinnen und Musikern ein anspruchsvolles und gleichzeitig abwechslungsreiches Programm: „Illumination“ von David Maslanka, „Global Variations“ von Nigel Hess und „Land of Enchantment“ von Carol Brittin Chambers waren unter anderem Teil davon. Neben Tuttiproben fanden auch Registerproben statt. Letztere wurden von den zehn Betreuenden geleitet, die jeweils für ein Register zuständig waren.
Kreative Workshops und gemeinsame Freizeit
Das Betreuer-Team und die Dirigentin haben sich jedoch nicht nur rein musikalisch auf die Camp-Woche vorbereitet, sondern sie boten auch verschiedene Workshops an, bei denen die Jugendlichen kreativ werden oder sich erholen konnten: Es wurden Tassen und Leinwände bemalt, an einem Wellness-Abend konnte abgeschaltet werden, im Rahmen der Musikergesundheit konnte man sich etwas Gutes tun und im Dirigier-Workshop bei Isabelle wurden die eigenen musikalischen Kenntnisse erweitert. Auf dem Gelände der Jugendherberge konnten sich die Teilnehmenden außerdem beim Beachvolleyball- oder Badmintonspielen auspowern.
Auch Ausflüge waren angesetzt, wobei die JMCler zwischen zwei Angeboten wählen konnten: Eine Gruppe besuchte das Nationalparkzentrum Ruhestein und konnte anschließend auf dem Mummelsee Tretboot fahren. Die andere Hälfte lochte beim Adventure Golf in Freudenstadt einen Golfball nach dem anderen ein.
Neben diesen zahlreichen außermusikalischen Angeboten stand am Freitagvormittag noch ein kleines Highlight an: Der Komponist Patrick Egge war zu Besuch und probte gemeinsam mit dem Orchester sein Werk „Über den Schwaben“.
Abschlusskonzert auf der Gartenschau
Nach einer intensiven Woche fand am Sonntagnachmittag das Abschlusskonzert auf der großen Open-Air-Bühne auf der Gartenschau statt. Hier konnten die jungen Musikerinnen und Musiker nun zeigen, was sie in der Woche erarbeitet hatten. Das Publikum durfte unter anderem dem Choral „La Sera Sper il Lag“ lauschen, woraufhin es in die Welt von „Die Zauberer von Oz“ als Arrangement von James Barnes eintauchen durfte. Auch ein Exkurs in das Genre der Minimal Music durfte mit Théo Schmitts „On my Way Home“ nicht fehlen.
Mit der Zugabe „The Incredibles“ fand das Konzert und somit auch das JugendMusikCamp 2025 seinen Abschluss: Die stolz strahlenden Gesichter auf der Bühne durften in ein begeistertes Publikum blicken, das ihnen einen tosenden Applaus entgegenbrachte. Eine ab-
wechslungsreiche, lustige, musikalische und erlebnisreiche Woche nahm so ihr wunderbares Ende.


