Kurz darauf kommt Harald Kobler aus einem Nebenraum, in dem er noch Kopien für die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer vorbereitet hat. Der Tenorhornist ist fester Bestandteil des österreichischen Blasmusik-Ensembles Innsbrucker Böhmische. Die Formation steht für Blasmusik auf höchstem Niveau – eine Beschreibung auf ihrer Homepage, die jede Blechbläserin und jeder Blechbläser unterschreiben kann, die oder der die sieben Musiker aus Tirol beim Woodstock der Blasmusik oder bei anderer Gelegenheit live erlebt hat.
Mit seiner freundlichen, zugewandten und humorvollen Art vermittelt Harald Kobler von Beginn an das gute Gefühl, sich auf Augenhöhe zu begegnen – zumindest auf menschlicher Ebene. Dann geht es direkt zur Sache: Musiziert man besser mit nassen oder trockenen Lippen? Wo sollte die Zunge beim Anstoß liegen – zwischen den Zähnen oder dahinter? Was bedeutet Stütze, oder besser Spannung, beim Spielen, wie sollte man atmen und wie die Luft ausströmen lassen? Auch die Frage, was und wie geübt werden sollte, wird ausführlich besprochen.
Der Tenorhornist mit dem voluminösen Ton und der beeindruckenden Höhe geht immer wieder zu den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, um Inhalte direkt zu demonstrieren. Am Ende halten alle mehrere Notenblätter in den Händen, auf denen Übungen vorgeschlagen werden, mit denen Luftstrom, Tonbindungen und der Zungenstoß effektiv trainiert werden können.
Die dreieinhalb Stunden, in denen Harald Kobler spricht, erklärt und vorspielt, vergehen wie im Flug. Im Anschluss haben die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer bei einem Imbiss und Getränken Gelegenheit, sich mit ihrem Idol auszutauschen. Ein großer Dank ging an Harald Kobler für den gewinnbringenden Workshop sowie an Klaus Ruf, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Stuttgart-Filder, der die Veranstaltung initiiert und hervorragend organisiert hatte.
Am Samstagvormittag bestand zudem die Möglichkeit zu einem Einzelcoaching, bei dem Harald Kobler noch individuellere Tipps geben konnte, um Fehler zu vermeiden und das Üben effektiver zu gestalten. Die durchweg positive Resonanz auf die gelungene Veranstaltung legt nahe, künftig auch Workshops für andere Instrumentengruppen anzubieten.

