„Super Auslastung und ein funktionierender Dozenten-Pool“
Die Bläserakademie Baden-Württemberg ist eine zentrale Einrichtung des Blasmusikverbandes. Wir blicken zurück auf ein erfolgreiches Kursprogramm 2025 und freuen uns auf zahlreiche Highlights 2026.
Heiko Schulze, Direktor für Musik und Bildung im Blasmusikverband BW blickt zufrieden zurück auf das Jahr 2025. „Wir hatten letzes Jahr eine super Auslastung und unser Pool an Dozentinnen und Dozenten funktioniert sehr gut.“ Besonders hervorheben möchte Schulze die Plochinger Holz- und Blechbläsertage im Februar, bei denen Dozentinnen und Dozenten der Musikhochschule Stuttgart die Teilnehmenden intensiv auf ihrem jeweiligen Instrument weiterbildeten. Den Bericht einer Teilnehmerin der Holzbläsertage können Sie in der Info-Box am Ende des Artikels lesen.
4. Deutsche Eufoniumtage
Ein ähnliches Highlight steht unmittelbar bevor: die 4. Deutschen Eufoniumtage vom 17. bis 19. April. Während Tenorhorn und Bariton in deutschen Blasorchestern traditionell verankert sind, gewinnt das Eufonium insbesondere in Brass Bands und sinfonischen Blasorchestern seit einigen Jahren deutlich an Profil. Die Bläserakademie hat deshalb ein spezialisiertes Weiterbildungsangebot entwickelt, das sich gleichermaßen an ambitionierte Amateurmusikerinnen und Amateurmusiker wie an Studierende richtet.
Das internationale Dozierendenteam vereint erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen sowie Orchestermusikerinnen und Orchestermusiker aus Deutschland und Europa, darunter Klemens Vetter, Zachary Al-Radiedeh, Marina Boselli, Bernhard Kerler, Maria Müller, Benjamin Klitzke, Ekaterine Kintsurashvili, Clement Goy, Anabel Voigt, Daniel Hohm und Linus Tschopp. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, dem Eufonium eine starke Plattform zu bieten und die Vernetzung der Szene bundesweit zu fördern.
Inhaltlich spannt das Wochenende einen weiten Bogen: Tägliche Basics zu Körperarbeit, Atmung, Mundstück und Technik bilden das Fundament. Hinzu kommen Masterclasses, Workshops zu Improvisation, Übemethodik, Klanggestaltung und zeitgenössischen Spieltechniken, Einblicke in historische Instrumente wie Ophikleide und Serpent sowie Angebote zu Auftrittstraining, Lampenfieber und Audiorecording. Auch Repertoirefragen und Brass-Band-Satzspiel stehen auf dem Programm.
Das Saxofon im Blasorchester
Im Juni steht dann wieder ein Holzblasinstrument im Fokus: Das Saxofonregister übernimmt im Blasorchester eine Schlüsselfunktion – es verbindet Klanggruppen, sorgt für Wärme im Gesamtklang und prägt Rhythmus wie Ausdruck. Der Kurs vom 4. bis 7. Juni richtet sich an ambitionierte und aktive Saxofonistinnen und Saxofonisten sowie an angehende oder praktizierende Registerführerinnen und Registerführer.
Im Mittelpunkt stehen Artikulation und Intonation im Zusammenspiel, Fragen der Phrasierung und Stilistik sowie die klangliche Gestaltung im Register. Ergänzt werden die Inhalte durch Instrumentenkunde, Registerproben und Kammermusik in unterschiedlichen Besetzungen. Neben gezieltem Gruppenunterricht bleibt viel Raum für gemeinsames Musizieren. Den Abschluss bildet ein Konzert im Musikzentrum Baden-Württemberg, in dem die erarbeiteten Werke präsentiert werden.
Dozenten sind Christoph Enzel und Christian Segmehl. Enzel ist Tenorsaxofonist des Saxofonquartetts clair-obscur und Mitglied von „UnitedBerlin“. Er gastiert regelmäßig bei führenden Orchestern und ist zudem als Arrangeur und Komponist tätig. Seit 2017 lehrt er klassisches Saxofon an der Hochschule für Musik Rostock. Segmehl, geboren in Biberach an der Riß, ist mehrfach ausgezeichneter Saxofonist mit internationaler Konzerttätigkeit. Er studierte in München und Amsterdam und gastiert regelmäßig bei führenden Orchestern im In- und Ausland; 2010 wurde er mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Seit 2013 arbeitet er freischaffend als Solist und Kammermusiker und initiiert eigene Konzertformate wie die „AllgäuKonzerte“.
Projekttag Spielleutemusik
Ein komplett neues Angebot ist der Projekttag Spielleutemusik am 6. Juni. Damit rückt die Bläserakademie die Spielleutekultur in den Fokus. Unter der Leitung erfahrener Musikerinnen und Musiker des Stabsmusikkorps der Bundeswehr Berlin werden praxisorientierte Workshops in den Bereichen Stabführung, Spielmannszugtrommel und Spielmannszugflöte angeboten. Die Dozierenden sind aktive Musizierende dieses traditionsreichen Klangkörpers und verfügen über umfassende Erfahrung in Konzert- und Protokolldiensten sowie in der Ausbildung von Spielleuten.
Das Format richtet sich an aktive Musikerinnen und Musiker in Spielmannszügen sowie an Stabführerinnen und Stabführer. Im Zentrum stehen die instrumentenspezifische Arbeit, Impulse für die Probenpraxis im eigenen Verein und der kollegiale Austausch. Gemeinsames Musizieren bildet den klanglichen Rahmen des Tages.
Starke Resonanz auf die BRAWO 2025
„Auch das Programm auf der Blasorchestermesse BRAWO, die der Blasmusikverband BW als ideeller Träger organisiert, war ein voller Erfolg“, resümiert Schulze. Laut Veranstaltungsanalyse waren 91 Prozent der Gäste mit dem Angebot der BRAWO zufrieden.
Über 50 Workshops wurden in der BRAWO-Akademie durchgeführt. Der Stuttgarter MesseHerbst, in dessen Rahmen auch die BRAWO stattfand, verzeichnete letztes Jahr ein Plus von drei Prozent auf 117.500 Gäste. Die BRAWO zog mit ihrem Dreiklang aus Ausstellung, Konzerten und der BRAWO Akademie ein weit überregionales Publikum an: 32 Prozent der Besucherinnen und Besucher nahmen eine Anreise von mehr als 100 Kilometern auf sich, um die Messe zu erleben. Höhepunkte im Programm waren u. a. der Konzertwettbewerb BRAWISSIMO (siehe auch S. 20/21), die Konzerte der Big Band der Bundeswehr, des LBO und des Heeresmusikkorps Ulm sowie Europas größte Saxofonausstellung mit internationalen Marken wie Henri Selmer, Buffet Crampon, Julius Keilwerth und Yamaha. Führende Zubehörhersteller wie Vandoren oder D‘Addario verfollständigten das Portfolio.
Die nächste BRAWO findet vom 20. bis 22. November 2026 in Stuttgart statt.



