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FORTE Juli / August 2026, Kreisverbände und Verein

Mitreißende Blasmusik voller Klangvielfalt

Joachim Linckh
Musikverein Gammelshausen
Musikverein Schlat
Kreisverband Göppingen
25. Juni 2026
Titelbild:
Copyright: privat

In der gut besuchten Kornberghalle in Dürnau zeigten die Musikvereine aus Gammelshausen und Schlat beim gemeinsamen Frühjahrskonzert ihre musikalische Vielfalt, klangliche Qualität und spürbare Spielfreude bei einem facettenreichen Konzertabend mit vielen musikalischen Höhepunkten. Von konzertanter Blasmusik über sinfonische Klangbilder bis hin zu Filmmusik und Samba-Rhythmen spannte sich ein abwechslungsreicher musikalischer Bogen, der das Publikum über nahezu drei Stunden hinweg fesselte.

Den Auftakt übernahm die Jugendkapelle des Musikvereins Gammelshausen unter der Leitung von Jule Hahn. Mit dem Konzertmarsch „Transformers“ eröffneten die jungen Musikerinnen und Musiker schwungvoll den Abend. Bereits hier zeigte sich, dass die jungen Musikerinnen und Musiker inzwischen längere Zeit zusammenspielen. Eindrucksvoll gelang anschließend „The Great Locomotive Chase“, bei dem die musikalische Darstellung einer dampfenden Lokomotive lebendig und mit viel Energie umgesetzt wurde. Temperamentvoll präsentierte sich das im Mittelpunkt stehende Schlagwerk beim Stück „Drum Fight“. Mit der Zugabe „Wonderful World“ verabschiedete sich die Jugendkapelle schließlich ruhig und klangvoll – ein stimmungsvoller Abschluss eines gelungenen Konzertauftakts.

Im Anschluss daran präsentierte sich der Musikverein Schlat unter der Leitung von Jana Stegmaier als klangstarkes und homogenes Blasorchester. Bereits beim Konzertmarsch „Arsenal“ überzeugten die Musikerinnen und Musiker mit klarer Linienführung, präziser Artikulation und einem ausgewogenen Gesamtklang. Besonders eindrucksvoll geriet danach „Gulliver’s Travels“, die musikalische Umsetzung von Jonathan Swifts berühmtem Roman. Die vier Stationen von Gullivers Reise wurden differenziert und detailreich über die verschiedenen Register hinweg herausgearbeitet. Spielerische Leichtigkeit prägte die Musik im ersten Teil Lilliput, während die tiefen Register in „Brobdingnag“ die bedrohliche Welt der Giganten mit markantem Fundament zeichneten. Verträumte Klangflächen verliehen dem Satz „Laputa“ eine beinahe schwebende Atmosphäre, bevor das Finale mit kraftvollen Blechbläserpassagen und markanten Trompetensignalen fulminant endete. Das Orchester verstand es dabei hervorragend, die literarische Vorlage musikalisch greifbar werden zu lassen. Einen weiteren Höhepunkt bot sicherlich das anschließende Stück „Atlantis“ von Alexander Reuber. Die Vertonung der sagenumwobenen Insel und deren Untergang entfaltete sich in großen musikalischen Bildern zwischen ruhigen, elegischen Passagen und monumentalen Klangsteigerungen. Getragene Melodien wechselten sich mit bombastischen Tuttistellen ab und sorgten beim Publikum für Gänsehautmomente. Bemerkenswert war vor allem die enorme Klangvielfalt, die das Orchester auskostete – von zarten Holzbläserfarben bis hin zu mächtigen Blechbläserklängen. Mit den „Symphonic Highlights from Frozen“ schlug der Musikverein Schlat schließlich eine Brücke zur modernen Filmmusik. Themen aus Disneys „Die Eiskönigin“ wurden in dem abwechslungsreichen Medley effektvoll miteinander verwoben. Bekannte Melodien wie „Do You Want to Build a Snowman?“ oder „Let It Go“ wurden mit hörbarer Spielfreude interpretiert und ließen die Atmosphäre des Films eindrucksvoll aufleben.

Nach der Pause übernahm der gastgebende Musikverein Gammelshausen unter der Leitung von Andreas Böhringer und setzte mit „Alpine Inspirations“ direkt einen kraftvollen Akzent. Die Ouvertüre des jungen Tiroler Komponisten Martin Scharnagl entfaltete sich wie eine musikalische Bergwanderung durch alpine Landschaften. Das prägnante Hauptmotiv wanderte elegant und harmonisch durch die Register und verband die unterschiedlichen musikalischen Abschnitte zu einem stimmigen Ganzen. Beginnend mit hellen, freundlichen Klangfarben entwickelte sich das Werk zunehmend dramatischer, bevor es in ruhigen Passagen innezuhalten schien und schließlich fulminant wieder an Fahrt gewann. Der harmonische Gesamtklang des Orchesters verlieh dem Stück dabei große Geschlossenheit.

Deutlich ruhiger folgte danach die Interpretation der schottischen Volksweise „Loch Lomond“. Besonders das Saxophonsolo verlieh dem Werk eine berührende Tiefe. Die melancholische Grundstimmung des Stückes wurde mit feiner musikalischer Zurückhaltung gestaltet.

Mit der „New York Overture“ von Kees Vlak nahm das Orchester anschließend musikalisch Kurs auf die amerikanische Metropole. Die spielbegeisterten Musikerinnen und Musiker zeichneten die unterschiedlichen Facetten der Stadt plastisch und abwechslungsreich nach. Strahlende Trompetenklänge eröffneten die musikalische Reise eindrucksvoll, bevor warme Holzbläserfarben, ein stabiler Basssatz und präzises Schlagwerk die unterschiedlichen Szenen und Stadtteile miteinander verbanden. Hervorzuheben war das jazzige Trompetensolo von Andreas Vogel. Dem Orchester gelangen bei dem Stück stimmungsvolle Wechsel zwischen pulsierender Großstadthektik und ruhigeren, beinahe lyrischen Momenten.

Kraftvoll und vorwärtsdrängend präsentierten die Musikerinnen und Musiker anschließend „Backdraft“ aus der Feder von Hans Zimmer. Die bekannte Filmmusik wurde mit dramatischen Akkorden, markanten Rhythmusfiguren und schönen Legato-Passagen effektvoll umgesetzt. Zum lockeren und beschwingten Ausklang führte schließlich „Memories of Sao Paulo“. Spätestens hier war die zuvor spürbare Anspannung der Musikerinnen und Musiker endgültig verflogen. Mit südamerikanischer Leichtigkeit, lebendiger Rhythmik und einer ganzen Armada an Schlagwerkerinnen und Schlagwerkern entwickelte sich das Stück zu einem mitreißenden Finale des regulären Konzertprogramms.

Für die Zugaben vereinten sich schließlich die beiden Musikvereine zu einem nahezu achtzig Musikerinnen und Musiker starken Gemeinschaftsorchester. Der Partykracher „All In“ der schweizerischen Band Fääschtbänkler sowie die Polka „Wir Musikanten“ sorgten für langanhaltenden Beifall und stehende Ovationen der Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher sowie für einen stimmungsvollen und eindrucksvollen Abschluss eines in Erinnerung bleibenden Konzerts.

Copyright: privat

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Blasmusik, Blasorchester, Jugend, Konzert
Mitreißende Blasmusik voller Klangvielfalt
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