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FORTE Juli / August 2026, Thema

Ein Plädoyer für die Kraft der Musik

Sophia Haid
15. Juli 2026

Eine Rezension von Eckart Altenmüllers „Warum wir Musik zum Überleben mehr denn je brauchen“ (Schott Verlag)

Brauchen wir Musik wirklich zum Überleben? Mit dieser bewusst zugespitzten Frage eröffnet der Neurologe, Musiker und Musikmediziner Eckart Altenmüller sein neues Buch. Seine Antwort fällt eindeutig aus: Ja. Musik sei kein kultureller Luxus, sondern tief in der menschlichen Entwicklungsgeschichte verankert und ein wesentlicher Bestandteil unseres Menschseins. Altenmüller gehört zu den renommiertesten Forschern auf dem Gebiet der Musikwirkung. Als langjähriger Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin in Hannover verbindet er wissenschaftliche Expertise mit eigener musikalischer Praxis.

Die Kapitel folgen grundlegenden Fragen: Warum haben Menschen Musik? Wie wirkt sie auf Gehirn und Körper? Kann man auch im Erwachsenenalter noch ein Instrument lernen? Und welche Rolle spielt Musik bei Krankheit, Rehabilitation und psychischer Gesundheit? Dabei verbindet Altenmüller Erkenntnisse aus Musikmedizin, Neurowissenschaft und Evolutionsforschung mit zahlreichen praktischen Beispielen. Altenmüller schreibt verständlich und zugänglich – auch Leserinnen und Leser ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse können seinen Ausführungen problemlos folgen. Dazu tragen nicht zuletzt die zu den einzelnen Kapiteln gehörenden Zusammenfassungen, Checklisten oder Schaubilder bei, die die Inhalte anschaulich aufbereiten und den Praxisbezug stärken.

Der Schwerpunkt des Werkes liegt auf dem aktiven Umgang mit Musik. Immer wieder zeigt der Autor auf, welche Bedeutung das eigene Singen und Instrumentalspiel für Gesundheit, Lernen, soziale Beziehungen und das gesellschaftliche Miteinander haben kann. Wer eine kritische Auseinandersetzung mit möglichen Grenzen musikbezogener Wirkungsversprechen erwartet, wird mit „Warum wir Musik zum Überleben mehr denn je brauchen“ nur begrenzt fündig – das Buch versteht sich ausdrücklich als Plädoyer für das Musizieren und weniger als wissenschaftliche Debatte.

Gerade darin liegt jedoch seine Stärke: Altenmüller schreibt engagiert, zugänglich und mit spürbarer Begeisterung für sein Thema. Die Lektüre richtet sich nicht nur an Musikerinnen und Musiker, sondern an alle, die verstehen möchten, weshalb Musik Menschen seit Jahrtausenden begleitet und warum musikalische Bildung und gemeinsames Musizieren gesellschaftlich weit mehr sind als reine Freizeitbeschäftigungen. ))

Copyright: Schott Verlag

Rezension
Ein Plädoyer für die Kraft der Musik
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