Im November blickt die europäische Blasmusikszene nach Stuttgart: Im Rahmen der BRAWO-Messe wird dort die Europameisterschaft für sinfonische Blasorchester (ECWO) ausgetragen – zum ersten Mal überhaupt in Deutschland.
Mittendrin: das Landesblasorchester Baden-Württemberg (LBO), das Auswahlorchester des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg, das bei diesem Wettbewerb Deutschland vertreten wird. Nach dem ECWO 2016 im niederländischen Utrecht ist es die zweite Teilnahme für das LBO. Und was für eine: nicht irgendwo in Europa, sondern im eigenen Land, im eigenen Bundesland, in der Landeshauptstadt. Ein Heimspiel, wie es passender kaum sein könnte.
Nun beginnt die entscheidende Phase: ein halbes Jahr mit absolutem Fokus auf den Wettbewerb. Das gesamte zweite Halbjahr steht im Zeichen der Wettbewerbswerke und genau das verändert die Arbeit spürbar. Weniger Stücke bedeuten mehr Probezeit für jedes einzelne Werk, mehr Raum für Details, für gründliches Partiturstudium und für die intensive Vorbereitung besonders anspruchsvoller Passagen. Auch für die Musikerinnen und Musiker ist der Wettbewerb immer im Hinterkopf. Die Vorbereitung wird noch konzentrierter, tiefer, mit dem klaren Ziel, das bestmögliche Ergebnis zu erarbeiten.
Ein wichtiger Meilenstein dieser Vorbereitung wird eine Tonträger-Aufnahme der Wettbewerbswerke sein, die vom 6. bis 8. November in Weikersheim entstehen wird. Ein spannender Baustein auf dem Weg nach Stuttgart und gleichzeitig eine Dokumentation des ambitionierten Vorhabens möglichst erfolgreich beim ECWO abzuschneiden.
Drei Werke mit drei unterschiedlichen Klangsprachen
Als Pflichtstück des Wettbewerbs steht Melancholy Moment (2017) von Hubert Hoche auf dem Programm. Ein Werk, das aus einer persönlich schwierigen Zeit des deutschen Komponisten entstand. Hinter seiner Komplexität verbirgt sich ein Werk, das seine Geheimnisse erst nach und nach preisgibt: melancholisch im Ton, aber getragen von großer Hoffnung.
Mit Danse Satanique (2015) des französischen Komponisten Alexandre Kosmicki wartet ein Werk voll entfesselter Energie auf das Orchester. Ein einzelnes Horn beschwört die dunklen Mächte herauf, ehe sich ein satanischer Tanz voller boshafter Ironie Bahn bricht. Ein Klangstrudel, der Orchester wie Publikum gleichermaßen fordert und fasziniert.
Den dritten Teil bildet Resurrection (2022) des belgischen Komponisten Kevin Houben, inspiriert von Gustav Mahlers gewaltiger 2. Sinfonie, der „Auferstehungssinfonie“. Nach einem groß angelegten Spannungsbogen mündet das Werk in den klanggewaltigen Auferstehungschoral – so reich orchestriert, als wären Orgel und Chor beteiligt.
Save the Date: 22. November 2026 in Stuttgart
Das LBO tritt beim ECWO am Sonntag, 22. November 2026, im Rahmen der BRAWO-Messe in Stuttgart an. Wer das Wettbewerbsprogramm schon vorher live erleben möchte, hat dazu gleich mehrfach Gelegenheit: beim Werkstattkonzert im Rahmen der zweiten Arbeitsphase am 11. Oktober sowie bei den Doppelkonzerten am 24. Oktober in Dettingen an der Erms gemeinsam mit dem KVJBO Neckar/Alb und am 25. Oktober in Ehingen gemeinsam mit dem KVJBO Ulm-Alb/Donau.
Bei aller Ehre, Deutschland vertreten zu dürfen, ist eines dem Orchester besonders wichtig: Ein Heimspiel lebt vom Publikum. Das LBO freut sich über jede Besucherin und jeden Besucher, der an diesem Tag nach Stuttgart kommt, um das Orchester bei diesem besonderen Wettbewerb zu unterstützen. Alle weiteren Informationen, Spielzeiten und Neuigkeiten aus der Vorbereitung gibt es auf www.landesblasorchester.de sowie auf den Social-Media-Kanälen des LBO.
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facebook.com/landesblasorchester
Konzerttermine
11. Oktober Plochingen
(Werkstattkonzert)
24. Oktober Dettingen/Erms
25. Oktober Ehingen
22. November Stuttgart (ECWO)

