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FORTE September / Oktober 2026, Thema

Wertschätzung, die verbindet

Claudia Ströhm
15. September 2026

Ehrenamt ist das Fundament unserer Musikvereine – und verdient Anerkennung. Warum Ehrungen weit mehr sind als Urkunden und Ehrennadeln und wie gelebte Wertschätzung Menschen motiviert und Gemeinschaft stärkt.

Feste organisieren, Kasse führen, GEMA-Meldung, Ausschuss-Sitzungen, Spenden-und Sponsorengelder generieren, Mitglieder werben, Jugendarbeit… Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt an Tätigkeiten, die in unseren Musikvereinen ehrenamtlich und in stundenlanger Arbeit geleistet werden.

Ehrenamt kostet Zeit, Engagement und Herzblut. Viele Ehrenamtliche investieren einen Großteil ihrer Freizeit in ihren Verein, das heißt oft, dass der Verein auch das private Leben bestimmt. Und dies unentgeltlich und ohne Erwartungshaltung einer Gegenleistung. Vielen dieser ehrenamtlich Tätigen ist der Verein eine zweite Heimat geworden. Dies ist in der heutigen Zeit umso bewundernswerter, da vielen die Freizeit mehr wert ist als das Engagement für die Allgemeinheit.

Warum Ehrungen wichtig sind

Im Rahmen von Ehrungen kann Menschen, die sich zum Wohle der Blasmusik im Besonderen und im Allgemeinen einbringen, Dank, Wertschätzung und Anerkennung für die getätigte Arbeit entgegengebracht werden. Wer einmal in das stolze Gesicht eines Jubilars geblickt hat, weiß, warum Ehrungen den Menschen nach wie vor und in jedem Alter etwas zurückgeben.

Egal ob der 90-Jährige Jubilar, der mit Tränen in den Augen die Ehrung entgegennimmt oder das kleine Kind, das das Anstecken der Nadel verfolgt – allen ist in dem Moment klar, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die besonderen Ehrungen durch Vertreterinnen und Vertreter des Landes- oder Kreisverbandes durchgeführt werden. Dadurch wird dieser Leistung ein besonders Gewicht verliehen.

Hinter jeder Ehrung stehen außerdem viele Ehrenamtliche, die Anträge bearbeiten, Urkunden vorbereiten und die Auszeichnungen organisieren.

Kultur der Anerkennung

Wertschätzung endet aber nicht mit einer Ehrennadel. Sie zeigt sich überall dort, wo Engagement sichtbar wird – beim gemeinsamen Organisieren eines Vereinsfestes ebenso wie bei der Vorbereitung auf ein Wertungsspiel.

Gerade in unseren Musikvereinen schafft ehrenamtliches Miteinander auch ein besonderes Wir-Gefühl, sei es beim Durchführen und Organisieren von Festen oder auch Konzerten. Hierbei werden oftmals tolle Ideen geboren und es entwickelt sich eine nicht zu unterschätzende Gruppendynamik, über die man auch noch in vielen Jahren das eine oder andere Mal spricht. So verlangt ein Jubiläumsfest beispielsweise den Ehrenamtlichen sehr viel Geduld, Zeit, Organisation und Ideen ab, am Ende überwiegt jedoch das positive Feedback der Besucherinnen und Besucher, das die Vereinsgemeinschaft und auch die Allgemeinheit reicher macht.

In vielen Gemeinden und Städten wäre das kulturelle Leben ohne unsere Vereine undenkbar. Kommt Menschen, die Verantwortung im Verein übernehmen, eine Wertschätzung in Form von Verbands- oder Vereinsehrungen, kleinen Geschenken oder auch einfach nur einem „Danke“ entgegen, ist dies Motivation und Ansporn zugleich.

Ansporn für die Gemeinschaft Musikverein ist nicht zuletzt auch die Vorbereitung auf ein Wertungsspiel. Das gemeinsame Hinarbeiten auf ein Ziel, das gegenseitige Motivieren wenn etwas in einer Probe mal nicht so funktioniert oder auch ein Probewochenende schweißt die Musizierenden zusammen und schafft bleibende Erinnerungen. Nach der Bekanntgabe werden die Ergebnisse häufig sofort in den sozialen Medien veröffentlicht, was den Stolz auf das gemeinsam Erreichte zum Ausdruck bringt. Urkunden von vielen Wertungsspiel- und Jugendwertungsspielergebnissen der vergangenen Jahrzehnte zieren oftmals die Vereinsheime und zeugen von der erfolgreichen Arbeit in unseren Vereinen.

Engagement wird geschätzt

An dieser Stelle darf ich unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zitieren, der anlässlich des letztjährigen Tags des Ehrenamts, welcher jährlich am 5. Dezember stattfindet, folgende Aussage machte: „Jeder kann eine Sache tun, die das Leben für andere besser macht.“

Diese Aussage trifft vollumfänglich auf unsere zu Ehrenden zu. Ihr vorbildliches und langjähriges Engagement sowohl als aktive Musikerinnen und Musiker als auch als Funktionäre verdient unseren Dank, unsere Anerkennung und nicht zuletzt auch unseren Respekt.

Ein einfaches „Danke“, eine Ehrung oder eine Ehrennadel werden den unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit dennoch niemals vollständig gerecht. Sie setzen jedoch ein wichtiges Zeichen: Dieses Engagement wird gesehen und geschätzt. Und genau diese Wertschätzung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Menschen sich auch in Zukunft mit Herzblut für ihre Musikvereine einsetzen. ))

Claudia Ströhm ist Finanzreferentin des Blasmusikverbands BW

Bild: BVBW

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Wertschätzung, die verbindet
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