Dirigent Joachim Schöpe, der selbst die Werke kommentierte, zeigte sich am Ende mit den Leistungen der Musikerinnen und Musiker vollauf zufrieden. Die Bläserinnen und Bläser stellten sich den Herausforderungen, boten eine Fülle an präzisen Ausdrucks- und Interpretationsfacetten und meisterten beim kolossalen Klangvolumen erstklassig auch schwierige Passagen. Sie musizierten mit vollster Konzentration und hinterließen bei ihren Zuhörerinnen und Zuhörern in besonderer Atmosphäre unvergessliche Eindrücke. Vorsitzende Carina Bendrin entbot den Willkommensgruß zur wunderbaren Welt des Konzertes.
Das taktvolle Eröffnungsstück des Orchesters Concerto d’Amore von Jacob de Haan beinhaltet drei unterschiedliche Epochen bzw. Stilrichtungen, nämlich Barock, Pop und Jazz. Sehr würdevoll die Einleitung, ähnlich einer barocken Ouvertüre, gefolgt von einem eindringlichen Abschnitt im Pop-Stil, der in einem charaktervollen Adagio ausläuft. Ein Motiv daraus wandelt sich zu einer Swing-Passage, worauf das Werk mit der Wiederkehr des Adagio-Teils in abgewandelter Form endet.
Ebenfalls exzellent interpretiert durch die engagierten Bläserinnen und Bläser des MVZ: die Komposition The New Village von Kees Vlak. Das Auftragswerk der Provinz Nordholland entstand für die 15. Niedorp-Festspiele. Musikalisch wird dabei die Geschichte des „Dorfes“ von der Entstehung bis heute ausgedrückt. In der einstigen Lagune entstand Leben, und nach und nach entstand das „Neue Dorf“ mit beachtlicher Infrastruktur.
Die Filmmusik zu Pearl Harbor von Hans Zimmer (Arr. Frank Bernaerts) – Japan greift die Vereinigten Staaten an, um deren Gebietsvergrößerung in Asien zu verhindern – erwies sich als weiterer musikalischer Höhepunkt. Dirigent Joachim Schöpe gab exakte Einsätze für die gut besetzten Register, dirigierte temperamentvoll und forderte seine Musikerschar zu unüberhörbaren Höchstleistungen – abwechselnd mal piano und dann wieder forte.
Den 1. Konzertteil beendete das brillante Orchester in der Tonstärke Piano mit Power of Love. Es wurde 1984 veröffentlicht und wurde ein Nummer-1-Hit in Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Irland, Österreich und Norwegen. In Deutschland stieg der Titel Ende Januar 1985 in die Charts ein und konnte sich bis Platz 16 vorarbeiten.
Nach der Pause gab es vom Blechbläserensemble sozusagen als Überraschungsgeschenk – eigentlich für die nächste Generalversammlung einstudiert – Dahoam von Tobias Psaier aus dem Repertoire von Sunnseit Brass. Anschließend folgten Titel wie Stelldichein in Oberkrain, Simon and Garfunkel, Les Humphries in Concert, Santiano und die unverkennbare Südböhmische Polka. Die Steigerung der musikalischen Qualität und die Freude am Zusammenspiel waren unverkennbar. Stimmungsvoll und rhythmisch, mit etlichen Tempowechseln, ging’s zu Werke. Die präzise professionelle Spielweise überzeugte ebenso wie das immense Know-how der einzelnen Musikerinnen und Musiker.
Als Zugabe musste das Orchester die Polka Mein bester Freund musizieren, bevor es mit viel Applaus und Zurufen belohnt wurde.