Schnell war klar, dass diese Chance genutzt werden sollte. Teilnahmeberechtigt waren alle Orchester der Kreisverbände, die in den Jahren 2024/2025 in Stufe 3 die höchste Punktzahl erzielt hatten.
Mit großem Ehrgeiz begann die Vorbereitungsphase, zumal nur eine Woche nach dem Wettbewerb bereits das vereinseigene Jahreskonzert bevorstand. Als Selbstwahlstück entschied sich das Orchester für „HIBIKI – Joy of Music“ von Yasuhide Ito. Als Pflichtstück wurde „Schola Vitae“ von Georges Sadeler einstudiert.
Keine leichte Aufgabe für das 36 Musikerinnen und Musiker umfassende Orchester, da Aushilfen zur vollständigen Besetzung aller Stimmen erforderlich waren, um die Werke aufführen zu können.
Nach rund zwei Monaten intensiver Vorbereitung ging es am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr mit dem Bus nach Stuttgart. Dort wurde das Orchester sehr freundlich und unkompliziert empfangen. Die Organisation war hervorragend. Ein eigener Raum stand zur Verfügung, in dem die Instrumente sicher deponiert werden konnten. So blieb auch Zeit, erste Eindrücke von der Messe zu sammeln.
Pünktlich trafen sich alle zur Einspielprobe im großzügigen Proberaum mit ruhiger und akustisch guter Atmosphäre. Nach einer kurzen Anspielprobe wartete das Orchester gespannt und voller Euphorie auf den Auftritt.
Die Akustik im Vortragssaal war für das Publikum sehr gut, stellte jedoch für die Instrumentalistinnen und Instrumentalisten auf der Bühne eine Herausforderung dar. Die ausgelegten Hartfaserteppiche schluckten viel Klang. Einzelne Register konnten sich gegenseitig nur eingeschränkt oder gar nicht hören. Umso hilfreicher war es, dass die Proben zuvor bewusst in unterschiedlichen Räumen stattgefunden hatten.
Der Vortrag gelang dennoch überzeugend und auf den Punkt. Die ruhige und konzentrierte Atmosphäre übertrug sich spürbar auf das Orchester. Es wurde selbstbewusst, souverän und ausdrucksstark musiziert. Nach dem Auftritt war die Zufriedenheit groß, auch wenn die Vorträge der anderen teilnehmenden Orchester nicht angehört und daher nicht eingeschätzt werden konnten.
Nach einer kurzen Erfrischung ging es anschließend zum Konzert des Landesblasorchesters, in dessen Pause die Siegerehrung stattfand. Die Spannung stieg, als Dirigentinnen und Dirigenten sowie Vorständinnen und Vorstände auf die Bühne gebeten wurden. Zunächst wurden der vierte und der dritte Platz bekannt gegeben. Die Nervosität war deutlich spürbar. Wer würde sich den Wettbewerbssieg und die Prämie in Höhe von 2.000 Euro sichern?
Dann der erlösende Moment: Großer Jubel brach aus, denn der Musikverein Altheim Schemmerhofen wurde als bestes Blasorchester aus Baden-Württemberg in Stufe 3 ausgezeichnet. Mit 94,5 Punkten erzielte das Orchester nicht nur den ersten Platz, sondern war auch das einzige mit einer Bewertung über 90 Punkten. Die Freude war überwältigend.
Die anschließende Feier war entsprechend ausgelassen und wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Mit dem Lied „Tage wie diese“ ging es schließlich glücklich und zufrieden zurück nach Altheim.
Ein herzlicher Dank gilt der internationalen Jury mit Isabelle Ruf-Weber, Christoph Scheibling, stellvertretender Leiter des Militärmusikdienstes und des Zentrums Militärmusik, sowie Helmut Schmid MA, Bundeskapellmeister des Österreichischen Blasmusikverbandes. Ein besonderer Dank geht außerdem an den Komponisten Georges Sadeler für das anspruchsvolle Pflichtstück.
Als Resümee bleibt festzuhalten, dass es sich in jeder Hinsicht gelohnt hat, den Mut aufzubringen und sich diesem Wettbewerb zu stellen. Schade, dass nur vier Orchester teilgenommen haben.
Glückwünsche und Respekt gelten auch den Musikvereinen Grafenau, Altheim/Riedlingen und Haisterkirch. Vielen Dank für das freundschaftliche Miteinander.
Für das Jahr 2027 ist der „BRAWISSIMO“-Wettbewerb in Stufe 4 geplant. Allen Orchestern kann nur empfohlen werden, diese Gelegenheit zu nutzen. Solche Chancen bieten sich nicht oft – und sie lohnen sich in jeder Hinsicht.

