Die D1-Vorbereitung wird digital – und der Praxistest ist gelungen: In drei Kreisverbänden wurde das neue Konzept erfolgreich erprobt. Etwa die Hälfte der Kreisverbände will nun umstellen. Außerdem laufen bereits die Planungen für D2 und D3.
Bereits im vergangenen Jahr hat die FORTE mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden Daniela Klein über die Neuausrichtung der D-Reihe gesprochen (Ausgabe 3/2025). Ausgangspunkt war der Wunsch, die inhaltliche und organisatorische Grundlage der D1-Vorbereitung zu modernisieren und stärker an die Realität in den Vereinen anzupassen. Die bislang genutzte Mannheimer Bläserschule stieß vielerorts auf geringe Akzeptanz, zudem erschwerte die Arbeit mit CDs zunehmend die praktische Umsetzung der Gehörbildung.
Seit 2021 wurden deshalb Stoffverteilungspläne überarbeitet, Kreisverbände und Vereine eng eingebunden sowie technische Voraussetzungen und Bedarfe erhoben. Ergebnis ist ein hybrides Konzept aus überarbeitetem PDF-Material und der browserbasierten Musiklern-App EARZ. Inhaltlich wurden einzelne Schwerpunkte neu gesetzt.
Erfolgreiches Pilotprojekt
Drei Kreisverbände führten 2025 im Rahmen eines Pilotprojekts die digitale D1-Vorbereitung ein: Biberach, Böblingen und Freudenstadt. „Die Testphase war sehr erfolgreich. Inhaltlich gab es kaum Kritik oder Änderungswünsche“, berichtet Klein. „In EARZ haben wir gemeinsam mit den Entwicklern noch einiges nachgebessert, sodass das Tool auch wirklich auf unsere Bedürfnisse als Verband abgestimmt ist.“ Ursprünglich wurde EARZ nämlich für Schulen gemacht, die natürlich anders strukturiert sind. Klein resümiert: „Insgesamt sind wir jetzt auf einem sehr guten Stand.“ Neun Kreisverbände wollen dieses Jahr auf den digitalen Lehrgang umsteigen. Fünf weitere Kreisverbände haben außerdem Interesse an einem Probe-Account angemeldet. „Momentan befinden wir uns in einer Übergangsphase, wo noch nach beiden Modellen – also digital und nach Mannheimer Bläserschule – geprüft wird. Das wird auch noch ein bis zwei Jahre so bleiben.“
Seit Januar sind die nach dem Pilotprojekt noch einmal aktualisierten PDFs verfügbar und auch die Musterprüfungen sowie die Prüfungsbögen sind inzwischen überarbeitet. Spätestens bei den ersten Prüfungen an Ostern kann also mit dem aktuellen Material gearbeitet werden. Klein ergänzt: „Was sich im Pilotprojekt noch gezeigt hat: Die Kreisverbände wünschen sich auf jeden Fall ein fertiges Print-Produkt. Da arbeiten wir gerade an einer Lösung, sodass jeder Verein selbst entscheiden kann, ob das PDF zum Selbstdrucken ausreichend ist, oder doch ein fertiges Buch gekauft wird – ohne, dass wir als Bläserjugend tausende Exemplare lagern müssen.“
Ausblick
Und damit geht das Digitalisierungsprojekt direkt in die nächste Phase. Klein sagt: „Wir werden dieses Jahr auch mit der Überarbeitung des D2-Lehrgangs anfangen, sodass wir 2027 ins Pilotprojket starten können.“ 2029 soll außerdem der D3-Lehrgang folgen.

